Küchentratsch

Warum Südtirol schmeckt

15. Januar 2020  Sandra Avatar
Warum Südtirol schmeckt

Wir wollten mit diesem Foodblog für all jene interessant sein, die die Spezialitäten der Südtiroler Küche schätzen und Spaß daran haben, einfache und leckere Gerichte aus dem alltäglichen Leben zu kochen.

Die Südtiroler Küche ist nicht genau definiert, sie kann auch nicht gegen andere abgegrenzt werden, da sie von vielen Einflüssen der benachbarten Länder geprägt worden ist. Sie hat dadurch nie eine besondere Eigenständigkeit erreicht aber dennoch das Beste von den fremden Einflüssen für sich beansprucht. Sie vereint das natürlich Leichte der italienischen Küche mit dem bodenständig Kräftigen der alpenländischen Küche.

Ein bisschen Gespür fürs Kochen und Liebe dazu muss man zwar mitbringen aber wir hoffen, dass die Rezepte einfach und trotzdem ausführlich sind, damit jeder Anfänger aber auch Fortgeschrittene danach problemlos kochen kann.

Tiroler Küche

Das Land Tirol reichte vom Gardasee bis nach Kufstein, grenzte an Graubünden, Bayern, Salzburg und dem Veneto.

Vor allem die Landwirtschaft, das Handwerk, der Handel und das Gastgewerbe prägten das Wirtschaftsleben. Jahr für Jahr fanden im kleinen aber doch glanzvollen Bozen vier „internationale“ Märkte statt.

Die Venezianer präsentierten dort immer wieder neue Lebens- und Genussmittel die sie aus den nordafrikanischen Ländern importierten: exotische Gewürze, Kräuter, Kaffe, Schokolade, aromatisches Öl oder Südfrüchte. Selbstverständlich waren diese Waren eher für die gehobenere Bevölkerung interessant, da diese das Geld hatten, sich die heimischen Speisen mit den südlichen Aromen zu verfeinern. Der ärmere Teil der Bevölkerung lebte von dem, was Natur, Acker und Feld im Laufe des Jahres hergaben. Von Weizen, Hafer, Roggen und Dinkel über Kohlgemüse, Rüben, Kartoffel oder Bohnen. Auch manches Obst  wie Äpfel und Birnen gab der Herbst her. Auf den Höfen wurden auch verschiedene Milchprodukte und Eier produziert. Fleisch und Wild gab es hingegen nur zu Schlachtzeiten und war somit für festlichere Tage reserviert.


Typische Bauernkost

Die „Marende“ ist eine typische Zwischenmahlzeit, meist am späten Nachmittag, bei der Speck, Kaminwurzen, Käse und Brot serviert werden. Dazu wird meist passend ein Gläschen edler Vernatsch serviert!

Der Vernatsch ist die autochthone Leitsorte der Region und schon seit dem 16. Jahrhundert in Südtirol heimisch. In den letzten Jahrzehnten erlebte er eine Renaissance, da seine Anbauflächen reduziert und daher die Qualität gestiegen ist. Als Leichtwein mit moderatem Tannin sowie fruchtigen Noten wie frischen Beeren ist er, gekühlt, ein beliebter Aperitifwein.

In der Speisebegleitung brilliert dieser Allrounder besonders zur traditionellen Südtiroler Küche: Füllig als St. Magdalener, weich als Kalterersee, würzig als Meraner.

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